Überbesatz im Aquarium – Augenmaß bei der Fischauswahl

Schwertträger
Schwertträger Überbesatz© Martin Wisenhöfer

Aquarium-Fans erfreuen sich daran, wenn die Fische im Becken umher kreisen. Weil ein Aquarium aber nur einen begrenzten Platz zur Verfügung hat, kann der Fischbesatz rasch zu groß werden, zum Teil mit extremen Folgen für die Tiere. Doch eine Überbevölkerung im Aquarium lässt sich mit den entscheidenden Tipps vermeiden.

Ein Überblick

Die bunte Unterwasserwelt beeindruckt sehr viele Menschen. Im Jahr 2021 standen insgesamt 2,3 Millionen Aquarien in deutschen Haushalten, so eine Erhebung durch den Industrieverband Heimtierbedarf und dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands. Es kann zwar nicht festgestellt werden, wie viele Fische überhaupt in Aquarien leben, doch die Zahl der eigenen Fische ist für jeden Aquarianer von Bedeutung. Die artgerechte Haltung ist allerdings nur umsetzbar, wenn nicht zu viele Fische und auch nicht zu viele verschiedene Arten im Aquarium zusammenleben.

Ein Überbesatz im Aquarium beeinträchtigt nicht nur die Wasserqualität, sondern birgt auch Stress für die Tiere. Wenn das Becken zu stark besiedelt wird, werden Fische auf Dauer gesehen leichter krank. Schlechte Nitratwerte, Algenprobleme oder ständige Konflikte zwischen Fischen sind Anzeichen einer Überbevölkerung.

Was ist die ideale Anzahl von Fischen?

Es gibt zwar unter Aquarianern sogenannte Faustformeln, an die man sich hinsichtlich der Anzahl halten kann, wie beispielsweise je Liter Wasser ein Zentimeter Fischlänge. Doch dies sind lediglich grobe Richtwerte und haben keinerlei Garantie, dass die Aquarium-Größe tatsächlich ausreichend ist.

Die Besatzdichte ist respektive abhängig von einigen weiteren Kriterien. Im Hinblick auf die aberhunderten Fischarten, die gegenwärtig im Handel für Aquarien im Angebot sind, existieren mindestens genauso viele verschiedene Bedürfnisse, so zum Beispiel beim Sozialverhalten der Fische. Bei Revier-bildenden Fischen können beispielsweise schon zwei Paare zu viel sein, wenn das einzurichtende Aquarium nicht genügend Platz für zwei Reviere hat.

Worauf gilt es bei der Fischauswahl zu achten?

Einige Arten, so zum Beispiel Platys oder Guppys, vermehren sich immens schnell. Eine reine „Männer-WG“ kann hier präventiv in Erwägung gezogen werden. Zu den schnell vermehrende Arten gehört auch der Antennenwels, da aber die Männchen untereinander sehr aggressiv sein können, ist eine Einzelhaltung besser oder man entscheidet sich für Weibchen. Schwarmfische hingegen brauchen eine gewisse Anzahl ihrer Art, um sich wohlzufühlen.

Doch nicht nur die Anzahl gilt es zu berücksichtigen, sondern auch die Vergesellschaftung zu vieler verschiedener Arten. Jede Fischart hat vollkommen individuelle Bedürfnisse im Hinblick auf die Bedingungen der Haltung. Einige Arten benötigen viele Rückzugsmöglichkeiten und daher ein tieferes Becken, während für Fische, die am Boden schwimmen, die Grundfläche von Bedeutung ist.

Die drei Wasserzonen

Wer in seinem Aquarium verschiedene Arten von Tieren halten möchte, sollte anhand der drei Wasserzonen seinen Fischbesatz auswählen. Bodenwühlende Fische sowie Wirbellose halten sich im unteren Bereich des Beckens auf, im mittleren Aquariumbereich sind hingegen die schwimm-freudigen und oberflächenorientierten Fische, wie beispielsweise Zebrabärbling oder Kardinalfisch zu finden.

Der Streifenhechtling zieht an der Oberfläche seine Bahnen auf Nahrungssuche, gleich tut es ihm der Beilbauchsalmler. Mit einer bedachten Besiedelung der drei Wasserzonen kann auch die Anzahl der Fische im Aquarium höher sein, da sich die Tiere sehr gut verteilen. Wer sich unsicher fühlt, welche Arten ideal zusammen passen, kann sich im Zoofachhandel oder bei anderen Experten Rat holen.

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