Skalare – die prachtvollen Segelflosser

Admiral_Lebioda / Pixabay

Skalare werden auch Segelflosser genannt. Sie sind eindrucksvolle Buntbarsche, die eine echte Bereicherung für jedes Aquarium darstellen. Der Skalar ist ein Süßwasserfisch und einer der beliebtesten Zierfische in der Aquaristik.

Steckbrief

Lebenserwartung: 8-12 Jahre
Größe: bis zu 15 cm Länge und 25 cm Höhe
Gewicht 200 bis 400 g
Wasser: mittelhart
pH-Wert: 6-7,5
Wasserhärte 5-15° dGH
Temperatur: 24-30°C
Bepflanzung: harte, dünnblättrige Pflanzen
Verhalten: friedlich
Herkunft: Südamerika
Haltung: Gruppe
Aquariumgröße: groß > 200 Liter
Schwimmzone: Mitte
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Gattung: Skalare (Pterophyllum)

Aussehen und Namensgebung

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Schon der Name „Skalare“ verrät einiges über das Erscheinungsbild und Aussehen der Fische. Skalar bedeutet wörtlich übersetzt „wie eine Leiter“. Diesen Namen hat der Segelflosser aufgrund seiner senkrechten schwarzen Streifen erhalten. Zugegeben, diese Streifen sieht man nur, wenn der Skalar an sich nicht komplett schwarz ist. Gerade bei der ursprünglichen Wildform sind die Streifen besonders gut sichtbar. Die Skalare wachsen besonders zu Beginn rasant auf eine stattliche Größe. Nach einem halben Jahr haben sie ca. 2/3 ihrer vollständigen Größe erreicht. Nach ungefähr 2-3 Jahren sind die Segelflosser ausgewachsen.

Charakteristisch für den majestätischen Zierfisch ist die dreieckige Form und die Flossen, welche Segeln ähneln. Übrigens gibt es auch Zuchtformen mit Schleierflossen. Ausgewachsene Männchen erkennt man oft am bulligen Kopf. Ein Fachexperte würde die Unterscheidung durch das Anschauen der Genitalpapille erkennen. Beim Weibchen ist diese rund, beim Männchen spitz. An den Farben kann man die Skalare nicht unterscheiden.

Skalare – Haltung im Aquarium

Der Skalar ist ein besonders anspruchsvoller Zierfisch. Im Gegensatz zu anderen Bewohnern muss man hierbei neben der richtigen Größe auch auf eine besonders gute Wasserqualität achten. Der große Zierfisch reagiert sehr empfindlich auf Bakterien im Wasser. Besonders betroffen hiervon sind die Wildfänge und der hohe Skalar. Damit man hier nicht um die Gesundheit der Fische fürchten muss, ist es unbedingt notwendig, dass ein regelmäßiger Wasserwechsel stattfindet. Man kann auch darüber nachdenken, mit einem UV-Filter zu arbeiten und so die Bakterien zu vernichten. Übrigens ist eine Strömung von Vorteil, da der Segelflosser in der Natur in besonders langsam fließenden Gewässerbereichen lebt. Häufige Krankheiten der Skalare sind Bauchwassersucht, Flossenfäule, Taumelkrankheit, Fischtuberkolose, Weißpünktchenkrankheit und Geißel-Tierchen (Flagellaten).

Bei der Bepflanzung sind harte, dünnblättrige Pflanzen wie beispielsweise Vallisneria-Pflanzen, sehr zu empfehlen. Hier können die Segelflosser sehr gut hindurch schwimmen. Besonders große Wurzeln als Versteck und Rückzugsort sind auch sehr beliebt.

Die passende Aquariumgröße

Auch wenn Skalare im Becken beim Zoohändler noch recht klein und niedlich sind, wird sich das nach wenigen Wochen ändern. Am wichtigsten ist ein besonders hohes Aquariumbecken, da die Tiere ansonsten unter sehr viel Stress und unter Angst leiden. Eine negative Folge sind Verhaltensauffälligkeiten, Anfälligkeit für Krankheiten und ein kurzes Leben. Manche Ratgeber empfehlen eine Mindesthöhe von 40 cm, ich empfehle eher 60 cm. Gerade beim Altum, also dem hohen Skalar, ist ein besonders hohes Becken Pflicht. So geht man sicher, dass sich die stolzen Tiere wohl fühlen. Ein guter Richtwert für ein ausreichend großes Becken ist ein Fassungsvermögen von mindestens 200 Litern. Hierbei ist wie erwähnt der wichtigste Faktor die passende Höhe. In der Breite und Tiefe sind die Skalare weniger anspruchsvoll. Eine Breite von 90 cm und eine Tiefe von 50 cm sollten in den meisten Fällen vollkommen ausreichen.

Hochwertige Ernährung

Als Nahrung wird gewöhnliches Fischfutter mit hohem Proteingehalt gereicht. Dabei kann man alle gängigen Formen wie Trockenfutter, Frostfutter und Lebendfutter wählen. Es ist darauf zu achten, dass man auf keinen Fall zu viel füttert, da sich ansonsten das Futter am Boden absetzt und zu einer starken Wasserbelastung führt. Wenn man merkt, dass zu viel gefüttert wurde, dann gilt es, das überschüssige Futter abzusaugen. Durch die starke Wasserbelastung könnten ansonsten noch deutlich mehr „schlechte“ Bakterien entstehen. Wie bei allen Aquarienbewohnern ist es besonders wichtig, dass das Futter von hoher Qualität ist. Schlechtes und billiges Futter kann von Fischen nicht vollständig verarbeitet werden, dadurch kommt es zu größeren Rückständen. Achtet auch darauf, dass sich eure Fische nicht überfressen.

Wasserqualität

Wie bereits erwähnt, ist dieser Zierfisch nicht die einfachste Aufgabe und für einen Anfänger nicht unbedingt die richtige Wahl. Zur richtigen Pflege sind neben dem wöchentlichen Teilwasserwechsel (kleine Becken) zu 1/5 oder dreiwöchigem Wechsel (große Becken) und der richtigen Ernährung auch die richtige Wasserqualität wichtig. Um das Immunsystem der Fische zu stärken, kann man dem Aquariumwasser verschiedene natürliche Helfer beimengen. Dazu zählen unter anderem:

  • Buchenblätter
  • Erlenzapfen
  • Torf

Dabei geht es darum, dem Fisch Huminsäure zur Verfügung zu stellen. Dafür kann man die eben genannten Naturprodukte verwenden oder ein passendes Flüssig-Präparat. Dieses ist natürlich teurer. Denkt bitte daran, dass nach dem Wasserwechsel die Dosis wieder erneuert werden muss.

Skalare Arten

Der gemeine Skalar bevölkert das gesamte Amazonas-Flusssystem und Guyana. Auch die Nebenflüsse bis nach Peru und Ost-Ecuador beherbergen den König der Zierfische. Hier leben sie in Weißwasser-, Schwarzwasser und Klarwasser-Flüssen. Obwohl der Zierfisch je nach Gebiet unterschiedlich aussieht, handelt es sich nicht bei jedem unterschiedlichen Aussehen auch um eine eigene Art. Man spricht hier von Standort-Varianten. Züchter haben sich die verschiedenen Aussehen zu Nutze gemacht und dadurch seit mehr als 100 Jahren Unmengen an Zuchtformen hervorgebracht.

Skalar Farben

Durch die Züchtungen sind auch eine Vielzahl an Farben und Farbkombinationen entstanden, wie beispielsweise:

  • schwarze Skalare
  • Rauchskalare
  • Goldskalare
  • Halbschwarze Skalare
  • Zebraskalare (gestreift)
  • Marmorskalare
  • Goldkopfskalare
  • Red Devil (rötlich-schwarz)
  • Schleierskalare
  • Platinum (silbrig weiß)

Folgende Farben sind sehr beliebt:

  • natur
  • gold
  • rot
  • blau
  • silber
  • weiß

Es gibt aber auch reinblütige Wildfromen wie Manacapuru Skalare. Diese Wildformen werden einmal als Wildfang und zum anderen auch als Zuchtform angeboten. Beim Dumerils handelt es sich überwiegend um Wildfänge. Der Altum wird sowohl als Wildfang als auch aus Zuchtbeständen verkauft.

Hohe Skalare, oft einfach nur “Altum” genannt, kommen hauptsächlich als Wildfänge, in jüngster Zeit aber auch zunehmend als Nachzucht in den Handel. Dumerils Skalar wird fast nur als Wildfang gehandelt.

Es gibt Unmengen an Farben und Zeichnungen der Skalare, aber offizielle Arten gibt es nur drei Stück:

  • Gewöhnliche (echter) Skalar Pterophyllum scalare
  • Hohe Skalar Pterophyllum altum
  • Dumerils Skalar Pterophyllum leopoldi

Kleine Skalare Arten

Oft werden einem im Fachgeschäft besonders kleine Arten von Skalaren angeboten. Das ist Quatsch. Die wahrscheinlich kleinste Art ist die Leopoldi. Diese Art ist aber auch nicht wirklich klein. Desweiteren empfinde ich diese Skalar-Art als nicht besonders hübsch. Der Altum ist ein besonders hoher Skalar. hier braucht man auch ein hohes Becken.

Skalare vergesellschaften

Um Skalare zu vergesellschaften, muss man einige Regeln beachten. Denn nur so stellt man sicher, dass die Haltung nicht nur artgerecht ist, sondern die Segelflosser sich auch in ihrem Verhalten bestens entwickeln.

Ein Problem bei der Vergesellschaftung ist es, wenn die neuen Beckengenossen an den Flossen der Skalare zupfen. Die überdurchschnittlich langen Flossen zeigen auf viele Zierfische eine besonders anziehende Wirkung. Dadurch entsteht Stress für die Segelflosser. Ein extremer Kandidat hierfür sind alle Barben, die Sumatrabarbe, Rote von Rio und der Blutsalmler. Sie sind besonders bissig.

Auch von kleinen Fischen (wie z. B. Neons) als Aquariumnachbarn ist dringend abzuraten, da diese von den Skalaren als Beute betrachtet werden. Hierbei gibt es auch Ausnahmen, beispielsweise, wenn die Fische von klein auf miteinander aufgewachsen sind. Dann kann es sein, dass sie als Artgenossen akzeptiert werden. Welse, welche sich am Grund aufhalten, und größere Salmler sind sehr gute Gesellschaft und können ohne Bedenken vergesellschaftet werden.

Da Skalare es sehr ruhig mögen, sollte man auch nicht zu hektische und agile Fische wählen.

Skalare Zucht und Fortpflanzung

Um Skalare zu züchten braucht man geschlechtsreife Tiere. Der normale Skalar ist nach ca. 6 Monaten, der hohe Skalar nach 12 Monaten geschlechtsreif.

Wie alle Fische in der Familie der Buntbarsche bilden auch die Skalare ein Revier in der Fortpflanzungszeit. Ansonsten schwimmen sie in Schulen, also losen Verbänden. Hieraus bilden sich dann Paare, welche ein Leben lang zusammen bleiben. An einem Ort setzen sie ihren Laich als Offenbrüter ab und verteidigen dann das Revier. Zum Laichen werden Blätter oder große Steine gewählt, auf die bis zu 1000 Eier abgelegt werden. Auch die nach zwei Tagen schlüpfenden Jungtiere werden verteidigt. Nach fünf Tagen schwimmen die kleinen Jungen frei umher und können mit Artemia-Nauplien gefüttert werden.

Damit sich das Fortpflanzungsverhalten einstellt, ist es zwingend erforderlich, dass das Becken richtig eingerichtet ist. Bei der Aquarium-Einrichtung sollte man auf ein gut sortiertes Becken achten. Hierbei helfen Wasserpflanzen, Rohrpflanzen, Wurzeln und Steine. Beim Bodengrund ist Sand die ideale Wahl. Ein starker Außenfilter mit erhöhter Strömung hilft den Fischen sich wohl zu fühlen.

Temperatur

Während man die Skalare normalerweise bei einer Wassertemperatur von 24-25°C hält, so erhöht man die Temperatur zur Zucht auf bis zu 30°C.

Als Offenbrüter laichen die Fische auf Blättern oder großen Steinen. Das Gelege und die nach zwei Tagen schlüpfende Brut wird von den Eltern intensiv bewacht und betreut. Nach etwa fünf Tagen schwimmen die Larven frei und können mit Artemia-Nauplien gefüttert werden. Während der Laichzeit picken die Skalare nach dem Ablaichen die verpilzten, sich nicht entwickelnden Eier aus dem Gelege. Die Eltern befächeln den Laich mit ihren Brustflossen mit Frischwasser. Larven werden teilweise von den Eltern-Fischen aus den Eihüllen durch Kauen befreit und wieder auf das Blatt gespuckt. Hier verbleiben sie dann in Fäden.

Viele Züchter entnehmen die frische Brut, also die Jungtiere den Eltern und packen sie in ein separates Becken. Hierdurch will man die Nahrungsaufnahme verbessern. Dagegen spricht, dass die Fische wahrscheinlich gerade in der Anfangsphase, ähnlich Kindern, wichtige Verhaltensweisen lernen. Oft sind Probleme bei der Zucht dann gegeben, wenn es die erste Brut der Eltern ist. Hier sollte man besser einfach auf den nächsten Laichvorgang warten statt sie zu trennen.

Skalare kaufen

Bevor ihr Skalare kaufen geht, solltet Ihr eine Checkliste machen, ob euer Aquarium überhaupt für die Haltung geeignet ist. Gerade Wildfänge der Skalare sind sehr anfällig gegenüber Bakterien. Wer sich keine Sorgen machen möchte, der greift beim Kauf lieber auf eine Nachzucht zurück. Dieser ist vergleichsweise weniger anfällig. Beim Kauf sind die Skalare oft nur 4 cm groß. Bedenkt, dass sich das schnell ändert. Guckt euch vorher alle Farben an, die man kaufen kann, damit ihr am Ende auch den Fisch wählt, der am besten zu euch passt.

Skalare – die prachtvollen Segelflosser
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4 Kommentare

  1. Unser Platzhirsch meiner Skalare hat seit drei Tage den Kopf treibend nach oben, atmet doppelt so schnell wie alle anderen, scheidet weiß aus und frisst nicht mehr. Was soll ich tun? Wasserwerte alle i.O.!
    Habt ihr ein Tipp?

    • Hallo Mike,

      wir sind leider keine Tierärzte. Diesen würde ich aufsuchen oder anrufen. Ich hatte so einen Fall noch nicht und möchte dir auch keinen falschen Rat geben.

      Gute Besserung an deinen Skalar, ich hoffe er wird wieder.

      Grüße
      Steffen

  2. Sehr schöne Tiere und super Artikel. Ich hatte schon lange keine Skalare mehr, dabei habe ich einen Züchter um die Ecke der total schöne Red Devil Skalare hat. Wenn ich mal wieder ein neues Aquariumprojekt starte, dann ziehe ich Skalare in Betracht. Grüße.

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