Sand oder Kies für das Aquarium?

Sand oder Kies ist hier die Frage. Wer sich ein Aquarium zulegt steht früher oder später vor dieser Frage. In den Foren gibt es rege Diskussionen wenn es um das Thema geht, teilweise kann man es Streit nennen. Beide Aquarienböden bieten Ihre Vorteile und Nachteile. Grundsätzlich ist Sand ein feinkörniger Kies. Bis zu einer Korngröße von 2mm spricht man von Sand.

Sand und Kies wozu sind sie gut?

Der Bodengrund übernimmt eine zentrale Rolle im Biosystem des Aquariums. Er sammelt und gibt Nährstoffe, filtert das Wasser und gibt den Pflanzen halt. Aber auch für die Fische sind Sand und Kies ein wichtiges Medium. So gibt es Fischarten die eine bestimmte Korngröße brauchen. Es gibt unterschiedliche Aspekte, die man bei der Wahl berücksichtigen sollte.

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Der Lebensraum

Am besten schaut man sich an, wie die Aquariumbewohner in der Natur leben. Je besser man diese Umgebung imitiert, desto wohler fühlen sich die Lebewesen. Auf zwei Sandarten solltest Ihr dringend verzichten. Scharfkantiger Kies kann Fische und Garnelen verletzen, die am Grund nach Nahrung suchen. Spielkasten-Sand ist teilweise mit Fungiziden angereichert, dass bedeutet, deine Fische und Pflanzen werden sterben. Also Finger weg und zum richtigen Aquariumsand greifen. Informiert euch also gut, welchen Bodengrund bzw. welche Korngröße eure Lieblinge favorisieren oder benötigen. Weiter unten findest Du weitere Informationen darüber.

Der Preis als Faktor

Oft liest man, dass der ein oder andere Aquarist Geld sparen möchte und daher entweder Sand oder Kies gewählt hat. Das kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Ein 25 Kilosack gibt es bereits ab 10 Euro. Ich denke, jeder der sich ein Becken zugelegt hat und die Kosten der anderen benötigten Zubehörteile und Bewohner kennt, sollte schnell erkennen, dass der Bodengrund für das Aquarium der wohl kleinste Faktor ist. Beide Böden gibt es auch farbig, dieser ist natürlich deutlich teurer als normaler Bodengrund.

Welchen Bodengrund finden Pflanzen besser?

MabelAmber / Pixabay

Ich lese oft, dass Pflanzen im Kies besser wachsen. Das kann ich nicht bestätigen und ich erkenne auch kein gutes Argument, warum das so sein sollte. Ich habe gelesen, dass Pflanzen mit kräftigen Wurzeln im Sand wenig Platz finden und Nährstoffe schlechter aufnehmen können. Ich kann das in meinen Sandbecken nicht bestätigen. Die kräftigen Wurzeln haben genug Kraft, um den Boden zu verdrängen. Die Pflanzen sind gesund und wuchern auch im Sand, also kann ich keinen Nährstoffmangel erkennen.

Richtig ist hingegen, dass Pflanzen mit sehr feinen Wurzeln oft Sand benötigen, um den nötigen Halt zu bekommen. Auch wahr ist, dass Pflanzen den Bodengrund erstmal nur als Halt brauchen und Nährstoffe besonders bei Kies gut zu den Wurzeln gelangen. Da Ihr aber keine Pflanzenzüchter seid, fast alle Pflanzen einen Großteil der Nährstoffe auch über die Blätter aufnehmen können und Ihr einfach nur ein schöne Bepflanzung haben wollt, könnt Ihr ohne Sorge auf Sand zurückgreifen.

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Vorteile von Sand und Kies

Wie schon erwähnt hat jeder Bodengrund seine Vor- und Nachteile. Damit Ihr nicht den ganzen Text lesen müsst, hier die wesentlichen Kernpunkte zusammengefasst:

Vorteile von Sand

  • leichter zu reinigen
  • geringste Verletzungsgefahr für Tiere
  • kommt der Lebensraum der meisten Fisch und Pflanzenarten am Nächsten
  • bestimmte Fische können ihre Kiemen durchspülen
  • Pflicht für sich eingrabende Tiere
  • Einige Tierarten laichen hier

Nachteile von Sand

  • Nährstoffe gelangen schlechter zur Wurzel
  • kann faulen
  • Verwirbelungen beim Nachfüllen von Wasser

Futterreste, Pflanzenreste und Fischkot bleiben bei Sand auf der Oberfläche liegen. Das erleichtert die Reinigung immens. Mit einer Mulmglocke oder einem Schlauch saugt man einfach die Verschmutzung weg und der Boden bleibt aufgrund seines Gewichts liegen. Sofern Ihr echten Aquariumsand gekauft habt, stellt dieser kein Verletzungsrisiko dar. Fast alle Fisch und Pflanzenarten kommen mit Sand zurecht und Ihr imitiert den Lebensraum der meisten Fischarten.

Vorteile Kies

  • Nährstoffe gelangen leicht zur Wurzel
  • verfault nicht

Nachteile Kies

  • aufwendigere Reinigung
  • Pflanzen mit feinen Wurzeln finden keinen Halt

Bodenlebende Tiere

Argumente für feinen Boden: Es gibt diverse Fische die dicht am Boden leben man spricht von gundelnden und grabenden Fischen. Viele Welse beispielsweise wissen sehr feinen Aquariensand zu schätzen. Dieser kann leicht durchpflügt und umgegraben werden. Fische können hiermit ihre Kiemen durchspülen und viele Fischarten kauen den Sand bei der Nahrungsaufnahme was im folgenden Video beim Schmetterlingsbuntbarsch besonders gut zu beobachten ist. Aber auch Fische, Muscheln und Schnecken die sich eingraben sind auf einen feinen Boden angewiesen. Einige Fischarten legen ihre Eier darin ab.

Garnelen und Krebse beispielsweise mögen den Boden nicht zu fein aber auch keinen groben Kies. Auf der Suche nach Nahrung wenden sie größere Sandkörner. Für die meisten Gesellschaftsaquarien mit unterschiedlichen Bewohnern wählt man eine Korngröße von ca. 1 mm.

Wann kommt endlich die Entscheidung?

Wie man sieht ist die Antwort auf die große Frage nicht so leicht zu finden. Mit Aquariumsand kann man nicht viel falsch machen und man hat weniger Pflegeaufwand. Den meisten Fisch- und Pflanzenarten ist es egal, welchen Boden Ihr verwendet. Übrigens ist die Frage gar nicht entweder oder, Ihr könnt euer Becken mit Kies einrichten und eine Sandinsel errichten. Dazu legt Ihr einfach eine Schale in den Kies und befüllt sie. Ihr werdet nun auch feststellen, welche Bewohner lieber keinen Kies gehabt hätten 🙂 Im Zweifelsfall guckt immer woher kommen die Tiere und Pflanzen und welchen Boden haben sie in der Natur zur Verfügung. Die Natur hat alle Lebewesen perfekt auf ihre Umgebung angepasst, also kann man so nichts falsch machen.

Letzte Aktualisierung am 5.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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