Panzerwelse Corydas – Haltung, Pflege, Zucht

Panzerwels
Panzerwels © Mirko Rosenaui Fotolia.com
Panzerwels
Panzerwels © Mirko Rosenaui Fotolia.com

Panzerwelse (mit wissenschaftlichem Namen – je nach Familie Corydas, Aspidoras oder Brochis) sind eine wirkliche Bereicherung für das Aquarium und erfreuen sich bei Aquarianern größter Beliebtheit.

Die friedlichen und geselligen Gruppentiere sind immer Hingucker und überaus nützlich.

In der Natur kommen sie in Mittel- und Südamerika vor, wo sie mit über 150 Arten zu finden sind.

Auf die Artenvielfalt gehen wir weiter unten nochmal ausführlich ein.

Corydoras-Fibel - Die beliebtesten Panzerwelse im Aquarium
  • Ingo Seidel
  • Herausgeber: Dähne Verlag
  • Auflage Nr. 12014 (10.02.2014)
  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten

Familie der Panzerwelse

Die Panzerwelse gehören zur Familie der Callichthyidae, welche sich in zwei daUnterfamilien aufteilt. Von diesen Unterfamilien wird in der Aquaristik eigentlich nur von einer Gebrauch gemacht. Das ist die Corydoradinae, zu welcher folgende Gattungen gehören:

  • Aspidoras
  • Brochis
  • Corydoras
  • Scleromystax

Die andere Unterfamilie ist die Callichthyinae, welche als Schwielenwels bekannt ist. Diese Familie ist im Aquarium eher selten anzutreffen. Sie hat die Gattungen:

  • Callichthys
  • Dianema
  • Hoplosternum
  • Lepthoplosternum
  • Megalechis

Die meisten Arten der Panzerwelse sind sehr friedlich und gesellig. Auch in der Pflege ist der Panzwels relativ leicht zu handhaben. Bei der Zucht sollte man sich gerade als Anfänger auf bestimmte Arten konzentrieren, mit denen die Aufzucht keine Schwierigkeiten macht. Sie leben als Gruppentiere bzw. Schwarmfische.

Unterscheidung der Gattungen

Damit man überhaupt unterscheiden kann, zu welcher Familie die Panzerwelse gehören, werden in der Regel die Anzahl und das Aussehen der Rückenflossenstrahlen begutachtet:

  • Aspidoras 6-8 Rückenflossenstrahlen
  • Corydas 6-8 Rückenflossenstrahlen (aber deutlich größer als Aspidoras)
  • Brochis 10-17 Rückenflossenstrahlen (größte Panzerwels-Art)
Corydoras-Fibel - Die beliebtesten Panzerwelse im Aquarium
  • Ingo Seidel
  • Herausgeber: Dähne Verlag
  • Auflage Nr. 12014 (10.02.2014)
  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten

Steckbrief Panzerwelse

Lebenserwartung: bis zu 10 Jahre
Größe: ab 2 cm – 95% unter 8 cm – große Arten bis zu 20 cm
Wasser: besonders zur Aufzucht sauber
pH-Wert: 6 – 8
Wasserhärte: 2 – 25° dGH
Temperatur: 22 – 26° C
Verhalten: meist friedlich
Herkunft: Mittelamerika, Südamerika
Haltung: Gesellschaft, Gruppe
Ernährung:
Aquariumgröße: mittel
Einrichtung: Verstecke
Bodengrund: sandig
Schwimmzone: Boden
Familie: Callichthyidae

Natürlicher Lebensraum

In Mittel- und Südamerika ist der Panzerwels im Verbreitungsgebiet von Trinidad bis Argentinien zu finden. Überall wo es keine starke Strömung gibt, findet man ihn, denn der Panzerwels mag stehendes und langsam fließendes Gewässer. Er bevorzugt besonders den schlammigen und sandigen Untergrund. Das sollte man bei der Einrichtung des Aquariums berücksichtigen. Die besiedelten Gewässer haben einen sehr niedrigen Sauerstoffgehalt, welcher durch organische Abbauprodukte nochmal zusätzlich verringert wird. Daher haben Panzerwelse in ihrer Evolution eine zusätzliche Darmatmung entwickelt. Man bezeichnet Fische die in der Lage sind mit ihrem Darm an Sauerstoff zu gelangen auch als Darmatmer.

Wer die tollen Zierfische in seinem Aquarium hat, wird schnell beobachten, dass die Panzerwelse regelmäßig in einem für den klobigen Körper unglaublichen Tempo zur Wasseroberfläche schießen und sich über die Darmschleimhaut mit Sauerstoff bedienen. Durch die weite Verbreitung der Welsart, kann man die genaue Wassertemperatur nicht eingrenzen, sondern muss sich bei jeder Art die Temperatur im einzelnen ansehen. Bei den meisten Arten liegt man mit 22 bis 26° C richtig. Kurzfristig (ein paar Tage bis Wochen) halten die Panzerwelse auch andere Temperaturen aus. Hier kann die Temperatur schon mal bis 30° C steigen. Genauso geht es auch im niedrigen Temperaturbereich bis zu 18° C. Einige Arten aus dem Süden, wie aus Paraguay und Uruguay, halten sogar bis zu 14° C aus. Sowohl beim pH-Wert, als auch bei der Wasserhärte sind die Panzerwelse sehr robust und in weiter Spanne sehr tolerant. Mehr dazu findet ihr im Steckbrief.

Aussehen

Panzerwelse haben den ungewöhnlichen Namen durch ihre knochenartig gepanzerte Haut erhalten. Dabei liegen die Knochenplatten wie Dachziegel aufeinander. Typisches Merkmal des Aussehens ist der kompakte, gedrungen wirkende Körperbau, welcher eine abgerundete Kopfform hat. Die Rückenlinie fällt zur Schwanzflosse ab und der Bauch ist flach. Wie andere Welsarten auch, hat der Panzerwels am Maul, genauer gesagt an der Oberlippe, zwei Barteln. Bei den meisten Panzerwelsen ist die Form der Rückenflosse dreieckig. Der vordere Flossenstrahl hilft dem Wels seine Rückenflosse aufzustellen.

Panzerwelse haben im Vergleich zu Salmlern eine sehr große Fettflosse. Diese wird durch einen Strahl aufrechterhalten, welcher stachelartig ist. Durch den Weberschen Apparat können die Welse unter Wasser extrem gut hören. Kleine Knöchelchen leiten Geräusche vom Schal am Ohrlabyrinth an die Schwimmblase. Dadurch wird das Hörbare verstärkt.

Panzerwelse Größe

Im Gegensatz zum Schwielenwels, welcher als Einzelgänger einzustufen ist und bis zu 30 cm groß wird, bleiben die meisten Panzerwelse mit einer maximalen Körpergröße von 8 cm eher klein. Sie wachsen sehr schnell zur Geschlechtsreife heran , welche sie im Alter von ca. 5 Monaten erreichen. Danach verlangsamt sich das Wachstum, aber schreitet bis zum Tod fort. 95 Prozent alles Panzerwelse bleiben unter einer Körpergröße von 8 cm.

Gerade kleine Panzerwels-Arten sind besonders beliebt. Dazu zählen die Aspidoras und Corydas. Brochis werden vergleichsweise groß.

Panzerwelse Haltung

Panzerwelse sind relativ ruhige Zeitgenossen. Trotzdem brauchen sie ausreichend Platz, um aktiv zu schwimmen. Die Mindestaquariengröße liegt bei der zehnfachen Länge und der fünffachen Breite. Bei den meisten Panzerwels-Arten spielt die Höhe des Beckens keine größere Rolle (Ausnahmen: Zwergpanzerwels (Corydoras pygmaeus), Sichelfleck-Panzerwels (Cordoras hastatus) – diese Arten schwimmen frei im Becken umher). Diese ungefähre Faustregel zählt pro Fisch. Sie sollten einen Panzerwels aber nie alleine halten, sondern immer in einer Gruppe von mindestens 5 bis 10 Tieren.

Zur Vergesellschaftung eignen sich eigentlich alle nicht aggressiven Zierfische. Besonders mit welchen, die in der mittleren und oberen Aquariumzone leben. Wir haben auch viele Corydoras in unserem Aquarium und man kann je nach Becken beobachten, dass zuviel Besatz und zu lebendige Fische die harmonischen Panzerwelse eher ausbremsen. In Becken, welche nicht so lebhaft sind, zeigen die Panzerwelse ein deutlich aktiveres Verhalten und treten auch viel öfter in den Vordergrund. Man kann auch unterschiedliche Panzerwels-Arten in einer Gruppe zusammenleben lassen. In der Regel schließen sie sich zusammen. Besonders gut geeignet zur Vergesellschaftung sind:

  • Zwergbuntbarsche
  • Salmler
  • Skalare
  • Zahnkarpfen

Aber auch andere Fische lassen sich problemlos mit den Panzerwelsen vergesellschaften.

Bodengrund

Als Boden nimmt man bei Panzerwelsen Sand oder feinen Kies, dieser muss unbedingt rund geformt sein. Panzerwelse durchwühlen den Sand und würden sich an scharfen Kanten verletzen.

Einrichtung

Man sollte am Boden für freie Bahnen sorgen, so dass sie genug Platz zum Schwimmen haben. Allerdings verstecken sie sich auch gerne. Also sollte man Höhlen, Wurzeln und ähnliches bereit halten. Dort halten sie sich tagsüber gerne auf. In den Abendstunden sind sie deutlich aktiver.

Bepflanzung

Pflanzen werden von den Panzerwelsen sehr geschätzt. Gerade großblättrige Pflanzen, bei denen die Blätter überhängen bieten ihnen Ruheplätze. Als Solitärpflanze kann man beispielsweise das Speerblatt pflanzen oder auch Javafarn, welchen man auf Steine setzen kann. Wer Nixkraut pflanzt, der kann beobachten, wie die Fische die Pflanzen ausbuddeln, so dass diese freischwimmend weiter wachsen. Auch Hornkraut kann man in den Sand stecken, um den Welsen Verstecke zu bieten. Besonders im Aufzuchtbecken eignet sich das Kraut gut als Unterschlupf für die Jungwelse.

Wasserbeschaffenheit und Pflege

Bei der Pflege von Panzerwelsen ist die chemische Zusammensetzung des Wassers eher nebensächlich. Wichtig ist eine hohe Wasserqualität, welche sich über die niedrige Bakteriendichte zeigt. Gerade Panzerwelse aus Schwarzwasserbiotopen benötigen besonders keimarmes Aquarienwasser. Mit dem richtigen Aquarium-Filtersystem auf biologischer Basis ist das kein Problem. Weitere Pflegeschritte die dabei helfen sind:

  • Zugabe von pflanzlichen Produkten (Huminstoffe aus Torf und totes Laub)
  • eine üppige Bepflanzung mit antibiotischen Pflanzen
  • regelmäßige Teilwasserwechsel

Den Teilwasserwechsel sollte man alle ein ist zwei Wochen durchführen, hierbei kann man bis zu einem Drittel des Wassers austauschen. Wenn das Becken schwach besetzt ist, dann kann man auch nur ein Fünftel tauschen. Achtet dabei darauf, dass das frische Wasser möglichst die gleiche Temperatur hat.

Die Laub-Zugabe (alternativ als Flüssigpräparate) ist nicht nur für die Wasserbeschaffenheit wichtig, sondern dient auch der gesunden Ernährung der Panzerwelse. Hierfür eignen sich folgende Pflanzenbestandteile:

  • Eiche
  • Rotbuche
  • Walnuss
  • Seemandelbaumblätter
  • Torf
  • Erlenzäpfchen

Diese kann man einfach beim Wasserwechsel beimengen.

Bei Aquarianern findet man meistens folgende Panzerwelse:

  • Marmorierter Panzerwels (Corydoras paleatus)
  • Metall-Panzerwels (Corydoras aeneus)

Das liegt nicht nur daran, dass diese Welse sehr schön sind, sondern auch besonders pflegeleicht. Sie kommen auch mit deutlich schlechterer Wasserqualität zurecht, da sie in der Natur in Gewässern leben, die meistens organisch und bakteriell sehr stark belastet sind. Dadurch weisen sie eine enorme Robustheit gegenüber Keimen auf.

Bei der Pflege ist es wichtig, die genaue Art der Panzerwelse zu kennen. Daher sollte man sich den Namen genau notieren, wenn man Panzerwelse kaufen geht. Nur so ist es hinterher möglich, die genauen Bedürfnisse der Fische zu erfüllen.

Lebenserwartung

In der Natur erreichen sie mit gerade mal einem Jahr kein hohes Alter. In einem gut gepflegtem Aquarium kann die Lebenserwartung mehrere Jahre betragen. Große Arten werden sogar bis zu zehn Jahre alt.

Ernährung

In der Natur ernähren sich die Panzerwelse meistens von zerrotteten pflanzlichen und tierischen Rückständen. Als Nahrungsergänzung kann man – wie oben beschrieben – Laub und andere Pflanzenteile zufüttern. Als Hauptnahrung kann man gewöhnliches Trockenfutter füttern, aber auch Lebendfutter und Frostfutter wird gerne genommen. Panzerwelse sind als Resteverzehrer bekannt, das heißt sie fressen, was andere Fische übrig lassen. Daher ist es besonders wichtig, dass die anderen Fische etwas zurücklassen.

Das bedeutet aber nicht, dass sie nur auf Reste lauern. Lebendfutter, besonders Tubifex und Mückenlarven, stehen hoch im Kurs. Die Nahrung ziehen sie aus dem sandigen Boden. Wer besonders feinen Kies hat, wird auch beobachten können, wie die Panzerwelse mal bis zur Hälfte des Körpers im Sand stecken. Das ist kein Grund zur Besorgnis. Auch Futtertabletten und Granulate werden gerne angenommen.

Panzerwelse Zucht

Die Nachzucht der meisten Panzerwelsarten ist kein Problem. Gerade im Zuchtbecken sollte man aber auf eine besonders gute Wasserqualität achten. Ungefähr 40 Arten eignen sich besonders gut zum Züchten. Wer als Anfänger mit einer Panzerwels-Zucht beginnen möchte, sollte sich auf den Marmorpanzerwels oder den Metallpanzerwels konzentrieren. Hier hat die Zucht die größten Erfolgschancen.

Besonders problematisch ist die Nachzucht von Wildfängen und Importen, welche oft in der Gefangenschaft im Aquarium keinen Nachwuchs zeugen.

Damit die Zucht gelingt, braucht man als erstes die richtige Gruppenzahl mit paarungsbereiten Welsen. Man kann es mit fünf Männchen und drei Weibchen oder drei Männchen und einem Weibchen versuchen. Damit die Weibchen bereit zum Laichen werden, ist eine Nahrung mit viel Proteinen notwendig. Gerade Mückenlarven eignen sich dazu. Das Wasser sollte täglich teilweise gewechselt werden. Auch die Temperatur spielt eine Rolle, diese senkt man um 5° C ab, im Anschluss wird sie wieder auf den Ursprung zurückgesetzt. Die Wasserhärte wird auf 5-10° dGH gesetzt, der pH-Wert auf 7. Die Temperatur liegt zwischen 26-30° C.

Durch diese Methode kann man die Panzerwelse das ganze Jahr ablaichen lassen. Wer es mit Wildfängen versucht, sollte die Jahreszeit des Herkunftslandes beachten. Mit Beginn der Regenzeit findet in der Regel die Paarungszeit statt.

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Die Paarung

Nun ist es soweit: das Weinchen zeigt durch aufgeregtes Umherschwimmen den Männchen, das es bereit zum Ablaichen ist. Ein Männchen wir nun dem Weibchen quer den Weg versperren und seinen Kopf quer in die Flanke des Weibchens drücken. Dabei lässt es eine Wolke Sperma frei. Das Weibchen bildet nun mit den Brustflossen eine Tasche, wo sie einige Eier platziert. Danach ist die gemeinsame Arbeit auch schon vorbei. Panzerwelse sind Substratlaicher. Das bedeutet,  das Weibchen säubert eine Fläche glatt und klebt dann seine Eier rauf.

Nun kommt der knifflige Teil – Panzerwelse sind Laichräuber und fressen den eigenen Laich, daher muss man die Eier in Sicherheit bringen. Dieses legt man ins Aufzuchtbecken. Mit ein wenig Geschick und Erfahrung kann man dem Weibchen beim Ablaichen auch eine glatte kleine schräg stehende Scheibe anbieten. Wenn das Weibchen diese annimmt, dann kann man sie einfach aus dem Becken nehmen und ins Aufzuchtbecken stellen.

Im Aufzuchtbecken herrscht extreme Hygiene mit möglichst wenig Keimen. Ein leicht desinfizierendes Mittel, welches die Keime hemmt, hilft dabei zu helfen, dass die Eier nicht verpilzen. Bitte nicht zu viel von dem Mittel beimengen. In nur einer Woche sind auch schon die ersten Jungwelse geschlüpft. Danach ernähren sie sich zwei Tage von ihrem Dottersack, dann brauchen sie eine Futterzugabe. Das erkennt man daran, dass sie danach frei schwimmen. Jetzt kann man Artemia, Cyclops, Infusioren und Nauplien füttern. Auf dem Sandboden dürfen keine Futterreste oder Mulm zurückbleiben. Im Zweifelsfall reinigt man diesen. Wenn man auf die Teilwasserwechsel und die Reinlichkeit achtet, entstehen keine größeren Verluste.

Panzerwelse Arten

Wie gesagt gibt es sehr viel Arten. Wenn man dazu rechnet, dass regelmäßig neue dazu kommen, freuen wir uns, wenn ihr uns helft, die Liste aktuell zu halten.

Panzerwelse Corydas – Haltung, Pflege, Zucht
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