Neonkrankheit

Definition und Symptomatik

Neonsalmler / Roter Neon
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Die Neonkrankheit ist eine parasitäre Infektionskrankheit, die hauptsächlich Salmler und Barben befällt. Besonders häufig wird sie bei Neonsalmlern festgestellt, wodurch sie ihren Namen erhalten hat. Der Erreger, Pleistophora hyphessobryconis, gehört zu den Mikrospora und ist ein einzelliger Parasit, der sich in den Körperzellen der Fische vermehrt. Die Krankheit ist ansteckend; andere Fische des Bestands können sich infizieren. Die Erkrankung kann tödlich enden. Eine Behandlung ist nur eingeschränkt möglich.

Befallene Fische verlieren ihre Farbe; es bilden sich milchig weiße Flecken auf dem Körper des Fischs und der Rücken kann sich verkrümmen. Durch den Gleichgewichtsverlust im Wasser zeigen sie ein auffälliges Schwimmverhalten. Die Fische magern stark ab und sondern sich vom Rest des Schwarms ab. Nachts sind die Fische unruhig. Aufgrund der Schwächung der Fische können Sekundärinfektionen hinzukommen. Im Folgenden finden Sie eine Auflistung aller

Symptome der Neonkrankheit

  • Verblassen der Farben
  • milchig weiße Flecken auf dem Körper des Fischs (Rücken und Rumpf)
  • Verkrümmung der Wirbelsäule
  • Gleichgewichtsverlust und auffälliges Schwimmverhalten
  • Fressunlust und Abmagerung
  • nächtliche Unruhe
  • Absonderung
  • Sekundärinfektionen (z. B. Flossenfäule)

Nicht verwechselt werden sollte die Neonkrankheit mit der falschen Neonkrankheit oder Weißmaulkrankheit. Hier können sich ebenfalls weiße Flecken auf dem Körper des Fischs zeigen. Die Weißmaulkrankheit kann aber viele Arten treffen und der der Erreger ist das Bakterium Nocardia asteroides.

Ursachen der Neonkrankheit

Der einzellige Parasit kann die Fische befallen und lange in ihnen ruhen bis die Erkrankung in Erscheinung tritt. Daher kann ein Fisch, der Träger ist aber äußerlich noch keine Symptome zeigt, eine Infektionsquelle für andere Fische darstellen. Beim Kauf neuer Fische aus einem Aquarium sollte immer darauf geachtet werden, ob andere Fische aus diesem Becken Auffälligkeiten zeigen. Im Zweifel sollte der Kauf unterlassen werden. Der Parasit vermehrt sich in den Körperzellen der Fische. Die Sporen werden in das Aquariumwasser entlassen und heften sich an Futterbestandteile, die von den Fischen aufgenommen werden. Auch durch das Knabbern an erkrankten oder toten Fischen, die im Aquarium belassen wurden, können sich die Fische infizieren.

Verlauf der Erkrankung

Nachdem ein Fisch die Parasitensporen aufgenommen hat, wandern diese in den Darm. Hier bohren sie sich in die Darmwand und gelangen in das Blut- oder Lymphsystem des Fischs. Dort zirkulieren sie solange, bis sie auf eine Muskelzelle treffen. In der Muskelzelle findet die Vermehrung statt. Der Parasit teilt sich mehrfach; es bildet sich eine Pansporoblaste mit tausenden von Sporen. Die Muskelfasern der Zelle werden hierdurch zerstört und verfärben sich weiß. Sind die Zysten gereift, brechen sie auf und die Sporen werden ins Wasser entlassen, wo sie neue Fische infizieren können.

Wird ein infizierter Fisch im Anfangsstadium der Erkrankung aus dem Becken entfernt und bei guter Pflege und optimalen hygienischen Bedingungen gehalten, kann das Immunsystem des Fisch dem Parasiten unter Umständen lange in Schach halten. Befallene Fische sterben häufiger an Sekundärinfektionen, die sie sich aufgrund der Schwächung und durch unhygienische Haltungsbedingungen zuziehen, als an der parasitären Erkrankung selbst.

Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, wenn der Körper schon mit weißen Flecken übersät ist, ist eine Rettung des Fischs oft nicht mehr möglich und der Befall endet tödlich.

Behandlung der Neonkrankheit

Ein infizierter Fisch muss so schnell wie möglich von den anderen Fischen getrennt und in ein Quarantänebecken umgesetzt werden. Auch sollte eine Reinigung des gesamten Aquariums in Betracht gezogen werden. Das Wasser sollte gewechselt werden, Pflanzen sollten ersetzt werden, Einrichtungsgegenstände und Bodengrund sollten desinfiziert werden. Da nicht bekannt ist, wie lange die Sporen des Parasiten ohne Wirt in der Umgebung überleben können, sollte sicherheitshalber einige Zeit auf die Neubesetzung dieses Beckens verzichtet werden. Eine gute Filteranlage für das Ersatzbecken ist Pflicht, ebenso wie regelmäßige Teilwasserwechsel. Zudem hat sich eine Herabsetzung der Wassertemperatur bewährt, da sich der Parasit unterhalb von 30 Grad Celsius nicht optimal entwickeln kann.

Wirksame Heilmittel für die Neonkrankheit gibt es nicht. Eine Therapie kann daher nur unterstützend erfolgen, mit dem Ziel Sekundärinfektionen zu vermeiden. Optimale Haltungsbedingungen sind hier essentiell.

Die Behandlungsmaßnahmen im Überblick:

  • Fisch in ein Quarantänebecken umsetzen
  • Teilwasserwechsel in kurzen Abständen
  • Wassertemperatur unter 30 °C halten
  • eine gute Filteranlage installieren
  • Unterstützung des Immunsystems des Fischs mit artgerechter und vitaminreicher Ernährung
  • Desinfektion und Quarantäne des alten Beckens

 

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