Naturteich

naturteich
©-MarinoDenisenko-stock.adobe.com-ID-318900541

Für viele leidenschaftliche Hobbygärtner und Naturliebhaber ist ein eigener Garten erst dann wirklich komplett, wenn er unter anderem auch über einen schönen Teich verfügt.

So ein kleines Gewässer kann auf verschiedenste Arten angelegt werden, was sich dann auch wiederum auf die möglichen Pflanzen und Wasserbewohner auswirkt, die sich an und in einem derartigen Biotop ansiedeln können.

Wer jedoch vorrangig eine Vorliebe für heimische Pflanzenarten (wie zum Beispiel der „Weißen Seerose“) hat, und mit seinem zukünftigen Teich eher für Frösche, Libellen und Molche einen Ort zum Leben schaffen will, der sollte einen Naturteich anlegen.

Grundsätzliches zum Naturteich

Wer hier im mitteleuropäischen Deutschland einen Naturteich anlegen möchte, der sollte sich unter anderem darauf einstellen, mit diesem Gewässer keinen Lebensraum für exotische Tiere und Pflanzen erschaffen zu können.

In einem Naturteich können sich nur Lebensformen ansiedeln, die auch tatsächlich in unseren Breitengraden vorkommen. Darüber hinaus sollten für die Teichpflege keine chemischen Mittel zum Einsatz kommen.

Auch technische Erweiterungen, die beispielsweise Wasserfontänen im Teich erzeugen, sollten sich nicht in einem Naturteich wiederfinden. Damit das Wasser eines solchen Teiches so klar wie möglich werden kann, muss das Biotop richtig angelegt werden, und über eine geeignete Bepflanzung verfügen.

Tiere anlocken

Ein Naturteich zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sich unterschiedliche Tiere dort selbstständig ansiedeln, und nicht einfach von Menschenhand hineingesetzt werden.

Damit jedoch Tiere von einem Naturteich angelockt werden können, muss vor allem dessen Uferbereich passend gestaltet sein. Des Weiteren sind verschiedene Wassertiefen erforderlich. Als besonders geeignet dafür erweisen sich sogenannte Folienteiche, da diese Exemplare beliebig modelliert werden können.

Der Rand des Teichs sollte möglichst flach sein, und hier und da mit kleineren Senken bestückt sein, die von unterschiedlichen Vögeln gerne genutzt werden, um ein Bad zu nehmen. Je flacher der Rand eines Naturteichs gestaltet ist, desto einfacher können Frösche und Molche den Teich erreichen und wieder verlassen.

Darüber hinaus sollte der Uferbereich an einigen Stellen mit unterschiedlich großen Steinen versehen sein, damit für Tiere Plätze zum Ausruhen und Verstecken entstehen.

Im Folgenden sind sämtliche Tiere (bzw. Tierarten) aufgelistet, die – zumindest für eine gewisse Zeit – einen gut gestalteten Naturteich zu ihrem Lebensraum machen können, sofern sie davon angelockt werden:

  • Libellen
  • Frösche
  • Molche
  • Kröten
  • Vögel
  • Wasserläufer
  • Gelbrandkäfer

Das Thema Fische

Die Frage, ob in einem Naturteich auch Fische gehalten werden dürfen, wird von vielen Fachkundigen unterschiedlich beantwortet. Tatsache ist jedenfalls, dass Fische in einem Teich auf eine ausreichende Sauerstoffversorgung angewiesen sind.

Und damit diese Sauerstoffversorgung auch gewährleistet werden kann, muss der Mensch aktiv in das (eigentlich sich selbst regelnde) System des Naturteichs eingreifen. Und je mehr sich der Mensch mit diversen Maßnahmen in das System einmischt, desto mehr wird die ökologische Balance des Biotops aufs Spiel gesetzt.

Des Weiteren wirkt sich die Anwesenheit von Fischen in einem Naturteich nicht nur auf den erforderlichen Pflegeaufwand aus, sondern auch auf die Lebenserwartung der restlichen Teichbewohner.

Dennoch ist es prinzipiell möglich, manche Fische in einen Naturteich „einziehen“ zu lassen. Damit sollte jedoch ein bis zwei Jahre nach der Anlage gewartet werden, sodass der Teich vorher noch ausreichend Zeit hat, um seine natürliche Balance zu bilden.

Als geeigneter Fisch kommt dafür der Bitterling infrage, für dessen Fortpflanzung allerdings die Teichmuschel unabdingbar ist.

Die richtige Bepflanzung

Damit ein Naturteich sowohl für Pflanzen, als auch für Tiere zu einem schönen Zuhause werden kann, muss ein derartiger Teich richtig bepflanzt sein. Zahlreiche Insekten und Wasserbewohner fühlen sich innerhalb einer dichten und artenreichen Bepflanzung von Naturteich-Ufern besonders wohl.

An so einem Ufer ziehen sich zum Beispiel Frösche und Kröten nach ihrer Fortpflanzung zurück. Entscheidend bei der Anlage eines Naturteichs ist außerdem noch die Anpflanzung von Wasserpflanzen, sowie darauf zu achten, dass der Teich über eine Tiefe von mindestens 80 cm verfügt.

Auf diese Weise friert der Naturteich im Winter nicht vollständig durch, und die Wasserpflanzen können somit das ganze Jahr über den Teich mit notwendigem Sauerstoff versorgen. Sämtliche technischen Hilfsmittel (wie Schlammsauger oder Filter) finden bei Naturteichen keinen Einsatz.

Die richtige Pflege

Der große Vorteil eines Naturteichs gegenüber anderen Teich-Varianten ist die Tatsache, dass so ein Gewässer meistens einfach sich selbst überlassen werden kann. Nachdem ein Naturteich angelegt worden ist, folgt die Bepflanzung.

Die Ufer-Bepflanzung kann dabei deutlich dichter ausfallen, wohingegen es im Wasser noch genügend Stellen ohne Pflanzen geben sollte.

Als Standort empfiehlt sich ein Platz, an dem es keine Mittagssonne gibt. Wenn im Lauf der Zeit Algen auftauchen, dann eignet sich für deren Entfernung am ehesten ein klassischer Kescher.

Schreibe einen Kommentar