Innen- oder Außenfilter – wo sind die Vorteile?

Aquariumfilter für Innen oder Außen?

Um den ganzen Spaß nicht vorweg zu nehmen, verrate ich euch am Ende des Artikels, welcher Filter mir besser gefällt. Zunächst einmal sei gesagt, dass der Vergleich etwas hinkt – ungefähr wie bei den Äpfeln und Birnen. Daher vergleichen wir sie auf dem gemeinsamen Nenner Obst, ähh Quatsch Filter. Richtig ist schon mal, dass jedes Becken – und sei es noch so klein – einen Filter benötigt. Dieser bewegt nicht nur das Wasser, sondern filtriert Schmutz und schädliche Stoffe aus dem Wasser. Ohne einen Filter würde das Ökosystem im Aquarium schnell umschlagen und eingehen. Also beim Aquarium einrichten ist die Wahl des passenden Filters ein entscheidendes Element.

Die Arbeitsweise vom Aquariumfilter

Der Filter saugt auf der einen Seite des Beckens das Wasser an, filtert es durch diverse Schichten und gibt es auf der anderen Seite wieder frei. Im Inneren des Filters befindet sich ein Medium, welches verschiedene Funktionen hat. Zum einen leben hier Bakterien und kleine Organismen, welche sich Schadstoffe als Nahrung aus dem Wasser holen. Aber auch Schwebstoffe und andere Verunreinigungen werden aus dem Wasser geholt. Diese zweite Filtrierung wird durch ein oder mehrere Medien erreicht. In der Regel hat man Substrate und Filter-Stoffe wie Watte, Vlies, Ton-Perlen und Stein- bzw. Mineral-Substrate.

Wichtig ist unter anderem wie viel Wasservolumen gefiltert wird. Je nach Beckengröße braucht man ein unterschiedliches Volumen. Als Faustregel kann man sagen, dass das gesamte Wasser ungefähr zweimal pro Stunde durchgefiltert werden sollte. Das hat nicht nur den Vorteil von sauberem Wasser, sondern garantiert auch die Umverteilung und damit das Temperaturgleichgewicht. Es gelangt Sauerstoff ins Aquarium und Pflanzen gelangen an ihre Nährstoffe. Auch eine leichte Strömung entsteht hierbei.

Filtermedien im Überblick

Beide Filterarten kann man mit diversen Medien befüllen. Je nachdem wie viele Kammern oder Kästen der Filter hat, kann man auch die Substrate und Medien kombinieren. Hier findet ihr die gängigsten Materialien:

  • Keramik
  • Sinterglaskugeln
  • Sinterglasringe
  • Carbonsubstrat
  • Filterschwamm
  • Filtervlies
  • Watte
  • Kunststoffbälle
  • Torf
  • Kohle
  • Zeolith
  • Korallenbruch

Alle Filtermedien gibt es in verschiedenen Größen. Sie unterscheiden sich in Porengröße und Substratgröße. Jedes Medium hat seine eigene Wirkung, unter anderem die Entfernung von Nährstoffen, Algen und Krankheitserregern.

Biologisch, chemisch oder mechanisch

Ein sinnvolles Filtersystem sorgt nicht nur für klares, sondern gleichermaßen für gesundes Wasser. Man unterscheidet in folgende Filtrierungen:

  • biologisch
  • chemisch
  • mechanisch

Die mechanische Filtrierung entfernt Schwebstoffe. Der biologische Filter bietet den nützlichen Mikroorganismen und Bakterien den nötigen Lebensraum. Beim chemischen Filtern wird das Wasser klarer gemacht und unter Umständen Gerüche beseitigt.

Wann ist ein Innenfilter sinnvoll?

Innenfilter kommen in der Regel bei kleinen Becken zum Einsatz. Gerade der Einsteiger oder Aquarien-Neuling tendiert oft zum Innenfilter. Auf den ersten Blick scheint die Konstruktion einfacher und auch pflegeleichter. Dies mag vielleicht stimmen, aber mit ein wenig Wissen und Erfahrung hält sich sowohl der Pflegeaufwand, als auch die Inbetriebnahme in Grenzen. Ihr werdet mit wenigen Anlaufschwierigkeiten danach viel Freude daran haben. Eigentlich ist nur die Anbringung durch die Installation der Schläuche ein wenig komplizierter.

Die Entscheidung für einen Innenfilter fällt in der Regel eher unbewusst aus. Zum einen wählen viele ein Komplett-Set. Hier wird meistens der Innenfilter schon mitgeliefert. Zum anderen ist der Innenfilter deutlich günstiger und mit der Preisauswahl fällt auch die Auswahl für den passenden Filter. Ein Innenfilter ist nicht nur in der Anschaffung weniger kostenintensiv, sondern meistens verbraucht er auch weniger Strom. Das kommt durch die Technik zustande. Bei einem Außenfilter wird das Wasser über eine längere Strecke bewegt, daher muss der Filter auch mehr Leistung aufbringen.

Wann brauche ich einen Außenfilter?

Bei größeren Aquarien wählt man meistens einen Außenfilter. Ab ungefähr 100 Liter Wasservolumen ist er die richtige Wahl. Ein Außenfilter hat eine deutlich stärkere Filterleistung. Ein weiteres schönes Detail ist, dass man den Außenfilter quasi unsichtbar machen kann. Mit einem Unterschrank oder einem Schrank neben dem Aquarium ist er praktisch verstaut und trotzdem zugänglich.

Der Außenfilter hat den Vorteil, dass er keinen Platz im Becken wegnimmt und man so das volle Becken ausnutzen kann. Sie können auch zusätzliche Filter wie beispielsweise einen Langsamfilter und UV-Entkeimer an den Schläuchen montieren, ohne in das Aquarium zu müssen.

Der Außenfilter im Detail

Wie der Name schon sagt, steht der Außenfilter nicht im Becken, sondern außerhalb des Aquariums. Die Alternative sind Filter, die im Becken liegen, wie beispielsweise der gewöhnliche Innenfilter, der Bodenfilter oder der Hamburger Mattenfilter. Der Außenfilter kann aber nicht am Platz irgendeiner Wahl stehen, sondern muss in nächster Nähe stehen. Damit das Wasser richtig ausgetauscht wird und der Filter einwandfrei funktioniert, ist ein Plätzchen in der Nähe zwingend erforderlich. Daher bringen ihn die meisten Aquarianer in einem Schrank unter.

Auch beim Außenfilter ist ein Teil des Filtersystems im Becken, hierzu gehört der Ansaugstutzen und der Ausströmer. Über grüne oder transparente Schläuche wird eine Verbindung geschaffen. Wenn der Platz für den Aquarium Filter gefunden ist, dann kann man beginnen ihn zu füllen. Richtig gehört, Ihr müsst neben dem Filter noch wie oben beschrieben das passende Medium einlegen.

Außenfilter sind in der Regel auch steuerbar, das heißt, man kann die Durchflussmenge regulieren. Der Außenfilter muss seltener gereinigt werden als der Innenfilter. Natürlich solltet ihr darauf achten, dass die Besatzdichte nicht zu hoch ist. Es gibt übrigens auch Außenfilter mit einer integrierten Heizung, dann spart ihr euch den Heizstab.

Sicherheitsrisiko Außenfilter

Eine zentrale Gefahrenquelle für Ihre Bewohner im Aquarium ist der Ansaugstutzen. Hier ensteht ein starker Sog, welcher gerade kleine Tiere und Pflanzen einsaugen kann und so für sie lebensgefährlich wird. In der Regel schützt vor dieser Gefahr ein Aufsatz, welche wie eine Art Sieb die Fische und Pflanzen davor schützt in den sicheren Sog – ich meine Tod – gesaugt zu werden.

Ein zusätzlicher Aspekt, welcher beim Innenfilter nicht zu beachten gilt, ist der Wasserschaden. Wenn der Filter einen Defekt erleidet oder ein Schlauch sich löst, dann kann es leicht ärgerlich werden. Austretendes Wasser schadet nicht nur eurer Einrichtung, sondern der abnehmende Wasserspiegel ist auch für die Bewohner des Beckens gefährlich. Daher achtet unbedingt darauf, den Filter in regelmäßigen Abständen zu warten.

Reinigungstipps

Ich erlebe immer wieder Aquarienbesitzer, die nicht nur viel zu oft und in zu großer Menge das Aquariumwasser wechseln, sondern auch penibel den Aquariumfilter sauber halten. Damit tut man den Bewohnern und Pflanzen keinen Gefallen. Wie weiter oben beschrieben siedeln sich im Filter nützliche Bakterien und Lebewesen an, die essenziell für einen gesunden Lebensraum sind. Den Filter reinigt man, wenn das Wasser nicht mehr durchkommt und nicht, wenn das Medium verfärbt ist. Wenn es mit der Reinigung so weit ist, dann bitte nicht übertreiben, sondern mit lauwarmen Wasser sachte durchspülen. Ansonsten werden alle Bakterienpopulationen entfernt. Auf keinen Fall irgendwelche Reinigungsmittel nutzen! Den Wasserwechsel und die Reinigung des Filters niemals am gleichen Tag durchführen.

Vorlaufzeit

Wenn der Filter neu gekauft wurde, dann gebt ihm ein bisschen Zeit, bis er genügend Bakterien sammeln konnte. Das heißt, man sollte die Fische erst in das gleiche Becken lassen, wenn dieses auch schon eine Weile gelaufen ist. Wenn das Becken nicht neu ist und die Fische bereits Bestandteil des Aquariums sind, dann ist das natürlich schwierig. Hier empfiehlt es sich, den alten Filter weiter laufen zu lassen. Nach einigen Tagen kann man ihn dann rausnehmen. So können sich alle Nützlinge in Ruhe ansiedeln und man geht kein Risiko ein. Alternativ kann man das Filtermedium auch, sofern es passt, in den neuen Filter geben.

Fazit

Der Innenfilter kommt bei kleineren Aquarien zum Einsatz und ist in den meisten Fällen in der Anschaffung günstiger. Der Außenfilter hat nicht nur eine höhere Leistung, sondern bietet auch im Aquarium mehr Platz für Dekorationen, Pflanzen und Tiere. Zudem ist er von der Optik her um einiges schöner, weil man ihn außerhalb des Blickfelds unterbringen kann und er das Aquariumdesign nicht stört. Der wichtigste Punkt ist, dass die Leistung des Filters zu der Größe des Beckens passt. Schön ist auch, dass man bei einem Außenfilter die verschiedenen Medien genauer seinem Bedarf anpassen kann.

Innen- oder Außenfilter – wo sind die Vorteile?
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