Ichthyo und Pünktchenkrankheit

Die Weißpunktkrankheit auch Ichthyo oder nur Pünktchenkrankheit genannt ist unter den Süßwasserfischen weit verbreitet. Befallen werden vor allem bereits erkrankte, oder gestresste Fische, deren Immunsystem gestört ist.

Definition und Symptome

Bei der Pünktchenkrankheit, Ichthyo, handelt es sich um eine parasitäre Erkrankung. Der Parasit bohrt sich in die Epidermis und das Kiemenepithel des Wirtsfisches und verursacht eine starke Schleimbildung. An den Flossen werden weiße Punkte sichtbar, die sich in kurzer Zeit auf den gesamten Körper des Fisches ausbreiten. Die Fische scheuern sich an Gegenständen im Aquarium. Die Schleimhaut beginnt, sich großflächig abzulösen. Sobald der Erreger durch die Haut bricht, bilden sich entzündliche Veränderungen.

Gelangt der Parasit in den Bereich der Kiemen, können die Fische infolge der Schleimbildung und der Entzündung nur schwer atmen. Teilweise schwimmen sie direkt unter der Oberfläche des Wassers und versuchen, nach Luft zu schnappen. Die Tiere werden müde, verstecken sich häufig und schwimmen nur langsam mit an den Körper angelegten Flossen. Die Aufnahme von Futter ist stark reduziert, die Fische magern ab.

Zusammenfassung der Hauptsymptome

  • weiße Punkte an den Flossen und am Körper
  • Ablösung der Schleimhaut
  • Abmagerung
  • Atemnot
  • verändertes Schwimmverhalten

Ursachen

Verursacht wird die Pünktchenkrankheit durch ein Wimperntierchen, Ichthyophthirius multifiliis. In der bis zu 1 mm großen, vegetativen Form setzt sich der Parasit in der Haut des Fisches fest und ernährt sich von Schleim und Hautzellen. Sobald das Wimperntierchen geschlechtsreif ist, bohrt es sich durch die Haut des Fisches und sinkt auf den Boden des Aquariums. Am Grund des Wasser werden Zysten gebildet, in denen sich durch mehrfache Teilung bis zu 1000 Tomiten (Schwärmer) mit einer Größe von 70 Mikrometer entwickeln.

Sobald die Schwärmer die Zysten verlassen, werden innerhalb von 70 Stunden neue Fischwirte infiziert. Dieser Vermehrungszyklus dauert, abhängig von der Wassertemperatur (4- 28 Grad Celsius), zwischen zehn Stunden und sechs Tagen. Bei hohen Wassertemperaturen kann eine explosionsartige Vermehrung der Wimperntierchen stattfinden.

Was fördert den Ausbruch der Pünktchenkrankheit?

  • Neubesatz
  • zu hohe Wassertemperatur
  • Stress
  • minderwertiges Futter

Verlauf

Wird die Weißpünktchenkrankheit nicht behandelt, verläuft sie tödlich. Überlebt der Fisch die Erkrankung, bildet er eine Prämunität aus. Er ist mit Wimperntierchen infiziert, erkrankt aber selbst nicht mehr. Neu in das Aquarium gesetzte Fische können durch den „Trägerfisch“ infiziert werden.

Behandlung

Je früher eine Behandlung einsetzt, umso höher sind die Chancen, die Sterblichkeit im Fischbestand zu verringern.

1. Erhöhung der Wassertemperatur

Durch eine Erhöhung der Auquariumtemperatur auf 30 Grad Celsius sterben die Wimperntierchen ab. Damit die Fische nicht durch die hohe Temperatur beeinträchtigt werden, muss durch Pumpen und eine verstärkte Strömung mehr Sauerstoff in das Wasser geleitet werden.

2. Wechsel des Wassers

Durch einen Austausch von 50 % des Wassers werden auch viele der Wimperntierchen aus dem Aquarium entfernt.

3. Malachitgrünoxalat

Die Substanz tötet die Schwärmer ab. Parasiten, die sich direkt auf den Fischen befinden, sind nicht betroffen.

4. Salz

Durch Zusatz von Salz (ohne Jod) werden PH- Wert und Leitfähigkeit des Wassers verändert.

5. Fischheilmittel

Im Fachmarkt werden verschiedene Heilmittel gegen Ichthyo angeboten. Viele Aquarianer empfehlen in diesem Kontext Mittel der Firma ESha

Letzte Aktualisierung am 20.11.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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