Grünalgen im Aquarium

Grünalgen
Fleliaer, Ulvophyceae composite, CC BY-SA 3.0

Die grüne Plage

Algen im Aquarium sind der Albtraum eines jeden Aquarienbesitzers. Übermäßiges Algenwachstum lässt sich mit einfachen Mitteln eindämmen, ein Aquarium ohne Algen aber ist Wunschdenken. Vor allem bei der Ersteinrichtung eines Aquariums kann es verstärkt zu einer Algen-Plage, insbesondere durch Grünalgen kommen. Der Grund dafür ist das anfangs noch relativ instabile Ökosystem während der Einfahrphase des Aquariums. Grünalgen gibt es ca. 4000 verschiedene Arten. Allen gemeinsam ist die grüne Farbe.

Die meisten Grünalgen (etwa 90 %) sind Süßwasseralgen. In einem abgeschlossenen Biotop wie einem Aquarium können Grünalgen im Handumdrehen zum Ärgernis werden. Bei geringem Auftreten sind sie eigentlich ein Indiz für gute Wasserqualität.

Nehmen sie aber Überhand gerät die ökologische Balance im Aquarium aus dem Gleichgewicht. Da Algen Nahrungskonkurrenten der Aquarienpflanzen sind, geraten diese schnell ins Hintertreffen und werden nach und nach verdrängt. Mit Algen überwucherte Aquarien haben schon so manchen Aquarium-Besitzer zum Aufgeben bewegt.

Welche Arten von Grünalgen gibt es?

Trotz ihrer großen Artenvielfalt spielen nur sechs Arten von Grünalgen für die Aquarienwelt eine Rolle:

  • Schwebealgen: Diese mikroskopisch kleine Algenart färbt das Wasser grün. Nach kurzer Zeit ist das Wasser so trüb, dass die Sicht stark eingeschränkt ist. Schwebealgen siedeln sich nicht auf Einrichtungsgegenständen, Scheiben oder Pflanzen im Aquarium ab, sondern schweben wie der Name schon sagt, frei im Wasser.
  • Staubalgen: Diese Algenart ist unter dem bezeichnenden Namen Scheibenpest bekannt. Das ist dem Umstand geschuldet, das sie auf Aquariumscheiben einen staubartigen, grünlichen Belag bilden. Staubalgen können ebenso wie Schwebealgen das Aquariumwasser grün färben.
  • Punktalgen: Die anfangs unscheinbaren, punktförmigen Algen lassen sich bevorzugt auf Aquariumscheiben nieder. Sie breiten sich schnell aus und versperren über kurz oder lang den Blick ins Becken. Sie befallen aber genauso gerne auch großblättrige Pflanzen.
  • Fadenalgen: Die 5 bis 20 cm langen grünen Fadenalgen besiedeln außer Aquarienscheiben so ziemlich alles. Sie wachsen auf Einrichtungsgegenständen, Pflanzen, dem Bodengrund, Filter und sogar auf den Schläuchen.
  • Pelz-, Fussel und Haaralgen: Diese drei Algenarten sind in einem Atemzug zu nennen, denn sie sehen nicht nur ähnlich aus, sondern haben auch ähnliche Eigenschaften. Sie überziehen Einrichtungsgegenstände im Aquarium, wie Steine oder Wurzeln, mit ihren unschönen fussel- oder pelzartigen Belägen.

Was sind die Ursachen für unerwünschtes Aufkommen von Grünalgen im Aquarium?

Grünalgen lieben viel Licht und ein Überangebot an Nährstoffen. Falsche Lichtverhältnisse und zu viel Nährstoffe im Wasser fördern die unkontrollierte Ausbreitung von Grünalgen. Kommt zusätzlich zur Aquarienbeleuchtung noch Sonneneinstrahlung hinzu, explodieren die Grünalgen förmlich. Sonnenlicht ist absolut kontraproduktiv.

Wie kann übermäßiges Wachstum von Grünalgen bekämpft werden?

Die beste Waffe gegen Grünalgen sind ihre direkten Nahrungskonkurrenten im Aquarium, die Wasserpflanzen. Üppiges Pflanzenwachstum verhindert überschüssige Nährstoffe im Wasser und entzieht den Grünalgen die Ernährungsgrundlage. Daher sollten etwa 80 % der Aquarien-Grundfläche mit Wasserpflanzen bewachsen sein. Davon sollten mindestens 50 % zu den schnellwüchsigen Arten, wie Wasserpest, Hornkraut, Sumatrafarn und andere, gehören. Außerdem regelmäßig Wasser wechseln (30 % Beckeninhalt alle 14 Tag), die Düngung dem Pflanzenverbrauch und die Fütterung an den Bedarf der Fische anpassen. Um Wasserpflanzen gegenüber den Algen einen Wachstumsvorteil zu verschaffen ist Licht in den Wellenlängen blau und rot zu empfehlen, wobei der Rotanteil überwiegen sollte.

Rote Wellenlängen fördern schnelles Pflanzenwachstum, blaue wiederum fördern kompaktes Wachstum. Zweitens ist die Beleuchtungsdauer von entscheidender Bedeutung. Optimal für das Pflanzenwachstum sind 10-12 Stunden Beleuchtung. Zuviel Licht ist wieder ein Vorteil für die Grünalgen. Ist die Algenplage bereits da, kommt auch eine Beckenreinigung durch mechanische Entfernung der Algen infrage. Um Aquariumscheiben von Punktalgen zu befreien, ist ein Magnetscheibenreiniger bestens geeignet. Die etwas weniger hartnäckigen Staubalgen lassen sich bereits gut mit einem Schwamm von den Scheiben wischen. Auch die gerne auf Einrichtungsgegenständen wie Steine und Wurzeln siedelnden Fussel- oder Pelzalgen lassen sich unter laufendem Wasser mit einer Bürste abschrubben.

Fadenalgen wiederum sollten mit einer Flaschenbürste herausgezogen werden. Die im Wasser herumschwimmenden Schwebealgen schließlich können mithilfe eines UV-C-Klärers abgetötet werden. Unterstützung erhält der Aquarienliebhaber auch von Algenfressern wie Rennschnecken, Garnelen, Zwergharnischwelsen, Saugschmerlen oder Rüsselbarben. Es ist sinnvoll einige dieser Nützlinge im Aquarium zu pflegen.

Ein Tipp noch: Auf chemische Mittel verzichten! Richtige Wasserpflege genügt meistens, um Grünalgen in Schach zu halten.

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