Glotzaugen

Treten bei Fischen die Augen aus den Höhlen, wirkt ihr Gesichtsausdruck erstaunt. Die Ursache dieses Symptoms sollte immer gründlich erforscht werden.

Definition der Krankheit und Symptome

Bei Glotzaugen handelt es sich um keine eigenständige Erkrankung. Sie treten als Symptom bei verschiedenen Erkrankungen auf. Die Augen der Fische stehen weit heraus und die Augenoberfläche wirkt trüb. Oft entsteht der Eindruck, als würde sich über dem Auge eine dicke, gräulich-weiße Schicht befinden. Zusätzlich kann das Auge durch eine Entzündung gerötet sein. Oftmals wird die Futteraufnahme verweigert bzw. verringert sich, die Fische wirken müde.

Zusammenfassung der Hauptsymptome

  • die Augen quellen vor
  • trübe Augen
  • gerötete Augen

Ursachen

Für das Auftreten von Glotzaugen sind viele verschiedene Ursachen verantwortlich.

1. Gasbläschen

Wird der Wasserwechsel zu schnell durchgeführt, bilden sich durch entweichenden Sauerstoff Gasbläschen, die sich im Körper der Fische ablagern. Die Sauerstoffbläschen werden auch bei zu starker Bestrahlung, oder einem zu hohen Sauerstoffgehalt gebildet. Gelangen die Gasbläschen in die Augenhöhlen der Fische, verstopfen diese kleinere Blutgefäße. Die Augen werden nach außen gedrückt.

2. Infektionen mit Bakterien

Entzündliche Erkrankungen, wie Fischtuberkulose, erhöhen den Innendruck der Augen.

3. Einschränkung der Nierenfunktion

Durch eine verringerte Nierenfunktion lagert sich Flüssigkeit an verschiedenen Stellen des Körpers ab. Entstehen hinter den Augen Flüssigkeitsdepots, werden die Augäpfel aus den Augenhöhlen gedrückt.

4. Virale Hämorrhagische Septikämie

Die durch ein Rhabdovirus verursachte Erkrankung tritt vor allem bei Teichfischen auf. Durch eine Schädigung der Niere und Blutungen hinter dem Auge quellen die Augen heraus.

5. Infektiöse Bauchwassersucht

Durch die Infektion mit Bakterien, Aeromonas hydrophila und Pseudomonaden, und Viren werden die Leber und die Nieren der Fische geschädigt. In der Bauchhöhle und an anderen Stellen des Körpers sammelt sich Flüssigkeit an. Durch Flüssigkeit in den Augenhöhlen werden die Augäpfel nach außen gedrückt.

6. Parasiten

Flagellaten (Cryptobia branchiales, Trypanoplasma) leben im Blutgefäßsystem der Fische. Die Parasiten verursachen eine Schädigung der Niere und Glotzaugen.

Zusammenfassung der Ursachen

  • Gasbläschenkrankheit
  • Schädigung von Niere und Leber
  • Entzündungen

Verlauf

Der Verlauf ist abhängig von der Ursache des Symptoms „Glotzaugen“. Liegt eine Fischtuberkulose oder eine infektiöse Bauchwassersucht vor, verläuft die Erkrankung schnell tödlich. Bei haltungsbedingten Ursachen können sich die Glotzaugen wieder zurückbilden. Sind bereits zu viele Gewebeteile und Blutgefäße zerstört, stirbt der Fisch. Auch eine Störung der Nierenfunktion verläuft tödlich. Werden bakterielle Entzündungen nicht behandelt, treten schwere Folgeschäden auf.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung, durch die die Glotzaugen verursacht werden.

1. zu starke Sättigung des Wassers mit Sauerstoff oder Kohlendioxid

Die Gasbläschen lagern sich an den Scheiben und Pflanzen an. Bei einer Übersättigung mit Sauerstoff kann abgewartet werden. Enthält das Wasser zu viel Kohlendioxid, muss ein langsamer Wasserwechsel erfolgen. Zusätzlich wird das Immunsystem der Fische durch Vitamine und Vermeidung von Stress unterstützt.

2. Entzündungen

Erkrankte Fische müssen abgesondert und mit Medikamenten behandelt werden. Erlenzapfen und Seemandelbaumblätter wirken entzündungshemmend und töten Bakterien ab.

3. Nierenschäden

Durch hochwertiges Futter kann ein Fortschreiten der Nierenfunktionsstörung verhindert werden. Bei hochgradigen Nierenschäden ist keine Behandlung möglich.

 

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