Blaualgen im Aquarium

Blaualgenblüte
Christian Fischer, Cyanobacteria Aggregation2, CC BY-SA 3.0

Im Widerspruch zum Namen ist nicht von echten Algen die Rede, sondern von Bakterien, die keinen Zellkern aufweisen. Auch wenn sie generell blau sind, können sie häufig auch einen Grünton annehmen. Laut dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung könnte es sich um die Bakterien handeln, die zur ältesten Organismengruppe gehören.

Durch Gasbläschen innerhalb der Zellen können sie nach oben treiben. Wenngleich viele der Bakterien harmlos sind, ist bei vermehrtem Auftreten Vorsicht geboten, da diese auch giftig sein können. Erkennbar ist die Bildung von Blaualgen an getrübtem Wasser sowie an olivgrünen oder blaugrünen Schlieren und einem unangenehmen Geruch.

Wenn im Aquarium zwischen dem Bodengrund und der Frontscheibe an der Kante eine kleine Menge von Blaualgen entstehen, müssen noch keine Maßnahmen ergriffen werden.

Ursachen für Blaualgen im Aquarium

Wenn ein Aquarium bepflanzt ist und ein Ungleichgewicht in der Nährstoffversorgung besteht, dann können Blaualgen entstehen. Ein ausgewogenes Verhältnis ist gegeben, wenn folgende Mengen eingehalten werden:

  • Magnesium: maximal 10 mg/l
  • Phosphat: 0,1 – 1 mg/l
  • Kalium: 5 – 10 mg/l
  • Nitrat: 10 – 25 mg/l
  • CO2: 20 – 30 mg/l

Durch regelmäßigen Wasserwechsel breiten sich die einzelnen Stoffe nicht zu sehr aus. Einmal pro Woche sollte das Wasser der Hälfte des Aquariums gewechselt werden.

Als weitere Ursache sind Kleinstlebewesen und andere Bakterien zu nennen, die sich in ungünstigem Verhältnis im Aquarium fortbewegen. Fehlt den Blaualgen die Konkurrenz, breiten sie sich selbst schneller aus. Meistens ist dies ein Problem, welches zu Beginn auftritt, weil das ökologische Gleichgewicht erst noch entwickelt werden muss. Daher ist es sinnvoll, bakterielle Präparate hinzuzugeben. Dafür eignen sich beispielsweise Nite-Out II oder Special Blend.

Maßnahmen gegen Blaualgen

1. Müssen nur einzelne Blaualgennester bekämpft werden, welche noch nicht festgewachsen sind, kann dies durch Absaugen mit einem Schlauch erfolgen.

2. Bei intensiverem Befall ist es wichtig, mit einer Dunkelkur zu beginnen:

Zu Beginn werden alle Blaualgen abgesaugt. Die Beleuchtung des Aquariums wird ausgeschaltet und das Gefäß für einige Tage komplett abgedunkelt. Dafür kann man beispielsweise dunkle Stoffe oder Pappe verwenden. Da das Wasser optimal durchlüftet werden muss, wird empfohlen, den Filterauslauf höher anzubringen oder einen Sprudelstein zu installieren. Während der Dunkelphase sollten weder CO2 noch Flüssigdüngung zugeführt werden. Um den Prozess zu beschleunigen, können algenfressende Tiere beigefügt werden. Ist das Aquarium von vielen Stängelpflanzen und Bodendeckern, die Licht benötigen, übersät, sollte die Verdunkelungszeit maximal sieben Tage andauern. Bei einer Bepflanzung mit Schattenpflanzen wie Farnen oder Moosen kann sich die Zeit auf bis zu 14 Tagebelaufen. Es ist wichtig, spätestens alle vier Tage den Zustand der Pflanzen, Tiere und Algen zu überprüfen.

Zum Füttern der Aquarienbewohner ist es möglich, kurz das Licht anzuschalten. Nach Beendigung der Dunkelkur ist ein vollständiger Wasserwechsel ratsam. Dass Stängelpflanzen nach dem Lichtentzug etwas kahl aussehen können, ist normal. Dies wird sich aber nach einiger Zeit wieder ändern. Die Methode hilft, die Ursache ist damit jedoch noch nicht behoben.

3. Für einen Nährstoffausgleich wird die Kaliumzufuhr mittels Kaliumdünger auf 30 mg/l erhöht und der Nitratgehalt auf 20 mg/l angepasst. Nach einer Woche wird das Wasser vollständig gewechselt und die Düngung wieder normalisiert. Der Pflanzenwuchs, der sich daraus ergibt, verdrängt die Cyanobakterien.

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