Aquarium reinigen – leicht gemacht

Heute kommt der mehr oder wenige unangenehme Teil der Aquaristik – das Aquarium reinigen. Will man das Aquarium reinigen, so gibt es einiges zu beachten und auch einiges an Zubehör, was mal mehr und mal weniger hilfreich ist. Beim Aquarium kann man auch eine Menge falsch machen, wir zeigen die häufigsten Fehler und wie es richtig geht.

Die häufigsten Fehler beim Aquarium reinigen

  • zu häufige Reinigung
  • zu gründliche Reinigung
  • falsches Zubehör
  • Fische werden rausgenommen
  • zu starker Wasserwechsel
  • Einsatz von Chemie

Wie man sieht, kann man Einiges falsch machen.

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Häufiges Aquarium Reinigen – wie oft?

Viele Aquarianer sind sich nicht bewusst, dass ein Aquarium ein Biotop ist, welches nicht die Glasplatte vom Wohnzimmertisch ist, sondern ein Lebensraum, der jede Menge Leben – auch neben den Fischen und Pflanzen – enthält. Wenn das Aquarium nicht sichtbar stark verschmutzt ist, gibt es keinen Handlungsbedarf. Wie oft man das Aquarium reinigen muss, hängt von vielen Faktoren ab:

  • welche Tiere sind Aquarium
  • wie viele Tiere auf wie viel Platz sind im Becken (Besatzdichte)
  • Größe des Aquariums
  • Stärke des Filters
  • Menge der Fütterung
  • Arten der Fische
  • Häufigkeit des Wasserwechsels
  • Beleuchtungsdauer
  • Bepflanzung und Nährstoffe

Nicht alle Aquariumbewohner verschmutzen das Aquarium gleich stark. Zum Einen nehmen manche Fische mehr Nahrung zu sich als andere Arten und scheiden damit auch mehr Verschmutzung aus. Zum Anderen gibt es Fische, Garnelen und Schnecken, die sogar helfen, das Aquarium sauber zu halten. Kleine Becken muss man öfter reinigen als große Aquarien, besonders wenn viele Lebewesen im Aquarium untergebracht sind.

Auch der Aquariumfilter hilft bei der Reinigung. Ist der Filter zu schwach oder hat das falsche Filtermedium, wird das Becken schneller schmutzig. Wer den Fischen zuviel Futter gibt und damit den Boden verschmutzt, wird öfter reinigen müssen, besonders, wenn es keine Fische gibt, die den Boden säubern. Wer zu selten einen Wasserwechsel durchführt, wird auch schneller trübes Wasser haben, wodurch sich Schmutz am Grund des Beckens ablagert. Bei zuviel Beleuchtung und wenig Bepflanzung sind die perfekten Bedingungen für das Wachstum von Algen geschaffen.

Komplette Reinigung?

Grundsätzlich sollte es keinen Grund geben das Aquarium komplett zu reinigen, es sei denn man gibt sein Hobby auf, eine gravierende Krankheit bricht aus oder man bekommt ein verschmutztes Becken überlassen. Ich sehe immer wieder Anleitungen im Internet, besonders auf Youtube, in denen gezeigt wird, wie das Becken komplett freigeräumt, alle Fische raus genommen werden, der Filter gereinigt und das Wasser komplett ausgetauscht wird. Etwas Schlimmeres kann man seinem Aquarium gar nicht antun. Im Lebensraum des Aquariums besteht, sofern man nichts falsch macht, ein Gleichgewicht des Lebens.

Dazu gehören Bakterien, Mulm am Boden und alles was zur Natur dazu gehört. Bakterien sind meistens nicht schädlich, sondern elementarer Bestandteil für ein gesundes Aquarium. Sie helfen giftige Stoffe abzubauen. Aber auch wertvolle Nährstoffe befinden sich im Wasser. Wer ständig sein Aquarium auf Hochglanz poliert, wird öfter Ausfälle im Besatz haben. Außerdem entsteht durch das Herausnehmen der Fische unnötiger Stress.

Unnötiges Zubehör

Ich sehe immer wieder Werbung für irgendwelche Hightech-Sauger, die mit den höchsten Worten angepriesen werden und dann, sobald ein paar verkauft wurden, die aller schlechtesten Bewertungen bekommen. Auch bei überteuert angebotenen speziellen Reinigungsbürsten, die eigentlich normale Bürsten sind, muss ich immer schmunzeln, dass Leute bereit sind, diese für viel Geld zu kaufen. Welches Zubehör man braucht und welches Sinn macht, klären wir später noch ausführlich.

Chemie im Becken

Ich habe schon Reinigungsaktionen mit ansehen müssen, wo aggressive Chemie eingesetzt wurde, welche hinterher schwer wieder wegzubekommen ist. Im schlimmsten Fall sterben oder leiden Pflanzen und Fische später darunter. Es gibt keinen Grund für penible Hygiene, es sei denn es ist eine spezielle Fischart, die man züchten möchte. Aber auch hier hat Chemie nichts verloren, sondern lediglich die Bereitschaft, das Becken richtig sauber zu machen, muss da sein.

Zubehör Aquarium Reinigung

Was ihr zur Reinigung wirklich braucht, sehen wir uns jetzt an.

  • Schwamm
  • Bürste
  • Wasser
  • Eimer
  • Schlauch
  • Mulm-Saugglocke (optional)
  • pH-Messgerät
  • Thermometer
  • Wasserstarter (optional)
  • Handtücher

Wenn ihr tatsächlich das ganze Becken reinigen möchtet, weil ihr es gerade verschmutzt bekommen habt oder sauber weitergeben wollt, kann folgendes Zubehör noch sinnvoll sein:

  • Netz
  • Glasreiniger oder eine Essiglösung
  • Bleichelösung
  • Rasierklinge

Jetzt sollten wir alles an Zubehör zusammen haben und auch schon loslegen können.

Aquarium reinigen Anleitung

Wie man ein Aquarium reinigt hängt auch davon ab, ob man ein Süßwasser- oder Salzwasser-Becken hat. Sehen wir uns die Reinigung von einem Süßwasser-Aquarium an. Übrigens ist es sinnvoll, die Reinigung an unterschiedlichen Tagen durchzuführen. Wenn man Algen, Eier und Kalk vom Glas schrubben will, dann wird einiges an schwebendem Schmutz entstehen. Ein großen Teil wird der Filter abfangen, der Rest sinkt zu Boden. Das ist nicht schlimm, sobald sich der Schmutz gelegt hat, kann man den Boden reinigen.

Scheiben reinigen – Schritt 1

Nehmt einen Schwamm oder eine weiche Bürste und reinigt die Glasflächen. Das Reinigungswerkzeug sollte nur für das Aquarium genutzt werden und nicht in der Küche. Ansonsten könnten Seife, Chemie oder Essensreste daran haften. Achtet dabei, dass kein Sand in der Bürste oder im Schwamm ist, ansonsten gibt es Kratzer. Ein Blick von der Seite (also von außen) hilft zu sehen, ob man Stellen übersehen hat. Wenn die Scheiben sauber sind, könnte es sein, dass jede Menge Algen oder Überreste im Wasser schwimmen. Keine Panik, der Schmutz wird absinken oder vom Filter weggesaugt werden.

Boden reinigen – Schritt 2

Egal ob ihr Kies oder Sand habt, es gibt keinen Grund diesen rauszunehmen, sofern es nicht irgendwo eine ernste Schimmelstelle gibt. Wir stellen einen Eimer auf und nehmen einen Schlauch – optional befestigen wir eine Saugglocke. Die Saugglocke hat den Vorteil, das man tief in den Boden graben kann, ohne dass der Boden weggesaugt wird. Der leichte Schmutz wird weggesaugt, der schwere Sand oder Kies bleibt liegen. Die Glocke hat den Nachteil, dass sie nicht so flexibel ist wie ein Schlauch, gerade an enge Stellen kommt man nicht so gezielt wie mit dem reinen Schlauch heran.

Einige Aquarium-Besitzer legen den Schlauch nicht zum Eimer, sondern direkt ins Klo. Ich rate davon ab, da ansonsten gerne mal kleine Fische, Garnelen und besonders Schnecken abgesaugt werden. Im Eimer kann man sie retten, in der Toilette sind sie verloren. Wir saugen lediglich die Oberfläche ab. Beim Kies kann man mit der Mulmglocke deutlich tiefer in den Boden, damit auch Schmutz, der in die Zwischenräume gefallen ist, abgesaugt wird. Jetzt saugt man den Schlauch an. Hier ist etwas Timing gefragt, ansonsten habt ihr den Mund voller Aquariumwasser. Wenn ihr zu kurz saugt, entsteht nicht genug Sog und das Wasser fließt nicht in den Eimer.

Nun wird der Boden gründlich abgesaugt bis alle größeren Schmutzrückstände beseitigt sind. Wenn die Mulmglocke befestigt ist, kann man in den Boden reingehen, wenn nur der Schlauch genutzt wird, dann bleibt man 1-2 cm über dem Boden. Besenrein reicht, es muss nicht alles weggesaugt werden. Hierbei sollte man relativ zügig arbeiten, damit man nicht zu viel Wasser aus dem Aquarium holt. Dennoch gilt es vorsichtig zu arbeiten, ansonsten verletzt man vielleicht Fische oder Pflanzen.

Einrichtung vom Aquarium reinigen – Schritt 3

Die Einrichtung reinige ich persönlich so gut wie nie. Wenn ihr tatsächlich eine so starke Verschmutzung habt, dass die Einrichtung stark verschmutzt ist oder von Algen befallen, dann könnt ihr diese rausnehmen. Um den Einsatz von Reinigungsmittel zu vermeiden, sollte man versuchen unter fließendem warmen Wasser den Schmutz oder Bewuchs mit einer Bürste zu entfernen. Wenn es wirklich nicht anders geht, kann man sie auch einweichen (Achtung nicht für Wurzeln oder andere Holzteile, die sich vollsaugen geeignet). Hierzu gibt es spezielles Reinigungsmittel, wie beispielsweise Power Clean von JBL. Ich habe meine Becken seit mehreren Jahren und das Mittel noch nie gebraucht.

Wasser nachfüllen – Schritt 4

Nun gilt es das Wasser nachzufüllen. Hierbei sollte man darauf achten, dass das Wasser ungefähr die gleiche Temperatur hat wie das Wasser im Becken. Im Aquarium ist immer ein Heizstab mit Thermometer sinnvoll, der bringt die Temperaturunterschiede schnell wieder ins Lot. Es gibt Aquarien, die eine Überlauf-Funktion haben. Das bedeutet, dass das Becken nicht überlaufen kann. Besser ist, neben dem Becken stehen zu bleiben bis es wieder die optimale Menge Wasser hat oder es mit Eimern zu befüllen.

Denn wenn das Becken überläuft, verbraucht man nicht nur unnötig Wasser, sondern verwässert auch den Wasserhaushalt des Beckens. Dadurch werden Bakterien und Nährstoffe herausgespült und gemindert. Wenn das Becken voll ist, wird der pH-Wert und ggf. die Wasserhärte kontrolliert und angepasst. Man kann dem neuen Wasser auch einen Starter beifügen, welcher Metalle vernichtet und den Fischen Vitalstoffe und Pflegestoffe bereitstellt. Der Einsatz ist umstritten und nicht jeder Aquarianer wird das befürworten.

Filter reinigen – Schritt 5

Den Filter darf man auf keinen Fall am gleichen Tag reinigen wie das Aquarium. Wann muss man den Filter reinigen? Im Filter siedeln sich auch nützliche Lebewesen wie Bakterien an. Daher wird der Filter nur gereinigt, wenn er seiner Funktion nicht mehr nachgehen kann. Das heißt, er filtert nicht mehr oder bildet nicht mehr die notwendige Strömung. Nehmt einfach einen Eimer voller Aquariumwasser und reinigt die Filtermedien leicht im Eimer.

Filterschwämme werden leicht angedrückt, Watte kann ausgetauscht werden (Watte vorher gründlich waschen). Substrat wird im Eimer leicht geschwenkt. Bitte nicht die Filtermedien vollständig reinigen, ansonsten macht ihr den Bakterien-Haushalt kaputt. Chemie oder Reinigungsmittel haben bei der Filterreinigung (sofern er hinterher wieder verwendet wird) nichts zu suchen.

Fazit zum Aquarium Reinigen

Das Aquarium sollte man mit Bedacht reinigen und auf keinen Fall zum Sauberkeitsfreak mutieren. Ein Aquarium macht deutlich weniger Arbeit und bleibt viel länger sauber, wenn man nützliche Lebewesen im Becken hat. Welse, Prachtflossensauger, Schnecken und Garnelen helfen unter anderem das Becken von Verschmutzungen und Algen zu befreien. Wenn ihr noch Tipps oder Fragen habt, dann hinterlasst doch einen Kommentar.

Letzte Aktualisierung am 22.09.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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